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Tor Zur Eltz - Eröffnungsfeier
Wohnmobilpark brummt von Tag eins an
Moselkern freut sich über neues Aushängeschild am südwestlichen Ortsende - Ansturm auf Buchungsplattform überfordert Server
Die rund 600 Einwohner zählende Gemeinde Moselkern hat Samstag des Pfingstwochenendes ihren nagel-neuen, weitgehend automatisierten Wohnmobilpark „Tor zur Eltz" ein-geweiht. Insgesamt verfügt er über 60 Stellplätze und alle, die nicht für Bestuhlung, Zelte, Bierwagen und anderes Feierzubehör benötigt wurden, waren auch schon mit Wohnmobilen belegt.
Die Gemeinde hätte noch weit mehr Plätze vergeben können. Der Zuspruch über das Onlinebuchungsportal war direkt nach Freischaltung riesig. Moselkerns Ortsbürgermeister Josef Weckbecker bemühte sich zwar redlich da-rum, das berechtigte Lob für das gelungene Projekt ausschließlich anderen zuzusprechen.
Doch am Rande vereitelte einer seiner Stellvertreter diesen Plan. Moselkerns Ortschef hatte seine Rede erkennbar noch nicht beendet. Doch in einer Pause nutze sein Beigeordneter Lars Bogdanski die Chance, ihm das Mikrofon aus der Hand zunehmen. „So, Josef", sagte Bogdanski, jedes Team braucht den einen Chef, der alles zusammenhält. Deswegen hol dir hier mal den Applaus ab, den du dir verdient hast in den letzten zwei Jahren." Die vielen Moselkerner vor der Bühne quittierten es nicht nur mit tosendem Beifall, der locker das Plätschern des nahen Elzbachs übertönte, sondern auch mit Ju-belschreien.
Nickend und lächelnd nahm Weckbecker die Euphorie vor ihm zur Kenntnis. So richtig angenehm schien ihm das alles nicht zu sein. In seiner Laudatio hatte der Ortsbürgermeister den Spot der Aufmerksamkeit verbal bewusst auf diejenigen gelenkt, die den Traum vom gemeindeeigenen Wohnmobilpark „mit Herzblut, Muskelkraft und Begeisterung möglich gemacht haben', wie Weckbecker sagte. "Allen voran begrüße ich ganz herzlich Pascal Bressan und Lars Bogdanski. Mit Kreativität, Elan, persönlichem Engagement und viel Empathie haben sie es geschafft, dieses Projekt nach vorne zu treiben und viele Menschen dafür zu begeistern.*
Weckbecker verglich das Geleistete mit einem oscarprämierten Kinofilm. In dessen Abspann , würde vermutlich stehen: Regie - Produktion - Drehbuch - visuelle Umsetzung und Design: Pascal Bressan und Lars Bogdanski." Wer den Abspann heutiger Kinofilme kennt, weiß aber auch um die Heerschar an Helfern, die ebenfalls dort auftauchen und daran mitgewirkt haben, die Bewegtbilder im Bestfall zu einem Kassenschlager in den Kinos zu machen.
Deshalb versäumte der Ortsbürgermeister es auch nicht, vom Baggerfahrer über Planer und Entscheider bis hin zu Behörden und etlichen ehrenamtlich Mitwirkenden zwar nicht jede und jeden, aber doch viele namentlich zu nennen. Unter den Ehrenamtlern stellte die inzwischen bekannte Gruppe „Feuer und Flamme" ein beachtliches Arsenal an helfenden Händen, die zupackend die Gestaltung des Parks vorgetrieben hatten.
Um im Jargon der Kinowelt zu bleiben: Ein B-Movie war die Entstehung des Wohnmobilparks Tor zur Eltz" für Moselkern keines-wegs. Anfangs war von einer Investition in Richtung 250.000 Euro die Rede gewesen. Wegen unvorhergesehener Kosten wurde dieser Posten aber „leicht überschritten" wie Wolfgang Lambertz, Burger-meister der Verbandsgemeinde (VG) Cochem gegenüber unserer
Redaktion sagte. In das Bauvorhaben flossen allerdings auch Flut-hilfen, denn vom
Sommerhochwasser des Jahres 2021 war Moselkern in besonderem Maße betroffen.
Auch deshalb, und weil der Park an der Elzbachmündung im Hochwassergebiet der Mosel liegt, hoben Ortschef Weckbecker und VG-Bürgermeister Lambertz die hervorragende Zusammenarbeit mit der Kreisverwaltung Cochem-Zell, Landrätin Anke Beilstein sowie der Wasserbehörde SGD Nord hervor.
Ohne Zuschüsse hätte überschuldete Ortsgemeinde den Park auch gar nicht leisten können. Dabei soll er genau dazu führen, dass die Gemeinde ihren finanziellen Handlungsspielraum dank der Einnahmen wieder erweitern kann.
Check-in und Chek-out laufen automatisiert. Daher bedankte sich Ortschef Weckbecker bei den IT-Spezialisten Marco Sues, Andreas Schmitt und Rolf Schmitz. Letzterer hat auch die Videoclips beigesteuert, die die Gemeinde Moselkern und ihren Wohnmobilpark in den Weiten des Internets ins rechte Licht rücken.
VG-Chef Lambertz freute sich vor allem darüber, dass die einst verschlammte und zugewachsene Unterführung vom Platz aus in Richtung Bachmündung und Mosel wieder zugänglich gemacht und wunderbar hergerichtet wurde.
Dort ist es in der Tat traumhaft schon.
Doch jede Traumfabrik braucht, wie man aus Hollywood weiß, auch Einnahmen: Ich glaube fest daran, dass das hier wirtschaftlich ein Erfolg wird", hielt Lambertz fest.
Was er allerdings besonders hervorhob, war, dass Moselkern stolz sein kann auf den Zusammenhalt, der die großen Plane des neuen Gemeinderats nach der Kommunalwahl 2024 aufgehen ließ.
Stimmt. Und deshalb ist auch nicht schlimm, dass der Plan des Ortschefs nicht aufging, nur die anderen für ihre Mitarbeit an dem
Projekt zu würdigen. In seinen Schlusssatz brachte Josef Weck-becker es auf den Punkt: „Dieser Wohnmobilpark ist weit mehr als ein touristisches Projekt. Er ist ein Gemeinschaftswerk. Ein Zeichen dafür, was entstehen kann, wenn Menschen zusammenhalten, anpacken und gemeinsam an eine Idee glauben. Eine Möglichkeit, in schwierigen Zeiten die Eigenständigkeit kleinerer Orte zu erhalten."
Quelle: Rhein-Zeitung - David Ditzer





